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Aktuelles

Weitere Kürzungen beim FÖJ Schleswig-Holstein?

29. Mai 2011 · 22:54 · Alter: 11 Jahre

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) bangen erneut um die Einsatzstellen im Natur- und Umweltschutz für die kommenden Jahrgänge.

Anlässlich des 18. Bürgergesprächs in den Aktivregionen, das der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen, am 4. Mai in List auf Sylt im Erlebniszentrum Naturgewalten führte, konfrontierten ihn die SprecherInnen des diesjährigen FÖJ-Jahrgangs mit der Frage, ob zukünftig noch weitere Streichungen von Landesmitteln für das FÖJ zu erwarten wären. Gleichzeitig überreichten sie ihm 6.700 Unterschriften, die – zum Erhalt des FÖJ gesammelt – zusammengekommen sind.

Seit 2007 wurden bereits 50 % der Förderungen des Landes für das FÖJ gestrichen, so dass in Schleswig-Holstein für den kommenden Jahrgang nur noch 121 Einsatzstellen finanziert werden können und auch das nur durch extern eingeworbene Mittel.

Enttäuscht mussten die jungen Freiwilligen vernehmen, dass Peter Harry Carstensen noch weitere Kürzungen plant. Die Landessprecherin des FÖJ, Franziska Reese, sagte dazu: „Bei allen Anstrengungen, auch in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium, ist es definitiv nicht möglich, die Kürzungen auch nur ansatzweise aufzufangen – schon gar nicht in so kurzer Zeit. So werden von den Einsatzstellen für einen Freiwilligendienst, deren Zahl ohnehin bei Weitem nicht mit der steigenden Nachfrage Schritt hält, im Natur- und Umweltschutz bei weiteren Kürzungen noch mehr Stellen wegfallen.“

Der Ministerpräsident führte aus, dass die Schulden Schleswig-Holsteins auf dem schnellsten Weg abgebaut werden müssten, damit die nächsten Generationen nicht noch mehr unter der Schuldenlast zu leiden hätten.

Dem halten die TeilnehmerInnen des FÖJ entgegen, dass selbst in Zeiten knapper Kassen Geld im Bereich der Bildung und des Natur- und Klimaschutzes im Rahmen des FÖJ sehr sinnvoll eingesetzt sei. FÖJ-Sprecher Paul Poletajew stellt klar: „In Bezug auf seine Zukunftsfähigkeit darf das Land keinesfalls bei der Bildung sparen, auch nicht bei informeller Bildung im Rahmen eines einjährigen Freiwilligendienstes, welcher bei den TeilnehmerInnen zudem enorm zur persönlichen Weiterentwicklung beiträgt. Diesbezüglich werden wir das von Peter Harry Carstensen gegebene Angebot, mit ihm über die Zukunft des FÖJ zu diskutieren, gerne annehmen und versuchen, das Land davon abzubringen, weitere Kürzungen umzusetzen.“

FÖJ-SprecherInnen Schleswig-Holstein Franziska Reese und Paul Poletajew,
c/o Nationalparkhaus Husum, Hafenstr.3, 25813 Husum, Tel. 04841 / 668530, 0174 / 3823328