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Nach „Ecotopia“-Festival wird dauerhafter ökologischer Zeltplatz erwogen

08. September 2010 · 09:21 · Alter: 11 Jahre

TOURISMUS: Feldversuch mit Fortsetzung

ecotopia

WIESENBURG - Am Bahnhof der „Perle des Flämings“ soll dauerhaft ein ökologischer Zeltplatz eingerichtet werden. Nach dem laut eigener Einschätzung gelungenen Feldversuch mit dem dreiwöchigen „Ecotopia“-Festival im August (die MAZ berichtete) sehen sich die Veranstalter in der Idee für eine langfristige Bewirtschaftung des sieben Hektar großen Areals am Rand des Wiesenburger Parks bestärkt. „Es braucht jetzt Recherche, welche Ansprüche an eine solche Anlage gestellt werden, wie sie in Theorie und Praxis vor Ort verwirklicht werden können“, erklärt Dorothee Bornath auf MAZ-Anfrage. Dann wollen sie und ihre Mitstreiter der Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark ein Entwicklungskonzept vorstellen und sich – die Zustimmung des Parlaments vorausgesetzt – um eine Finanzierung und schrittweise Realisierung mühen.

Zunächst einmal erfolgt aber am Monatsende die Rückübertragung der Fläche. Sie war dem Organisationschef des internationalen Zeltlagers für Ökologie- und Friedensaktivisten, Wam Kat aus Bad Belzig, von der Kommune kostenlos zur Verfügung gestellt worden. „Die Fläche ist nun aufgeräumter denn je. Alle Aufbauten und Anschlüsse – inklusive Toiletten und Abwassertanks – sind demontiert“, bestätigt Dorothee Bornath.

Damit wäre das Kapitel des „Ecotopia“-Festivals zunächst abgeschlossen, wenngleich noch der Etatausgleich geschafft werden muss (siehe Informationskasten). Nennenswerte Vorkommnisse die Ordnung und Sicherheit betreffend hat es nach MAZ-Informationen indes nicht gegeben. Jene Einheimischen, die sich auf dem Gelände umgesehen haben oder bei Veranstaltungen waren, sind offen aufgenommen worden. Einige Bauern und Geschäftsleute hätten zusätzlichen Umsatz gehabt, wird bestätigt.

„Das Ereignis hat geholfen, die Region bekannt zu machen“, schätzt Barbara Klembt (Die Linke) ein. Die Bürgermeisterin der Gemeinde Wiesenburg/Mark verweist auf einen „Klebeeffekt“. Neben einem wohl schon unterzeichneten Mietvertrag in Schmerwitz gebe es aus dem Teilnehmerkreis des Treffens unverbindliche Nachfragen nach Grundstücken. Die Verwaltungschefin steht der Initiative für einen dauerhaften ökologischen Zeltplatz daher durchaus aufgeschlossen gegenüber. Sie bewertet ein solches Angebot denn eher als Ergänzung zur klassischen Tourismusstruktur im Hohen Fläming, denn als Widerspruch. Ob die morgen Abend wieder tagenden Lokalpolitiker diese Auffassung teilen, lässt sich noch nicht absehen. (Von René Gaffron)